Im Winter

Im Winter, im Winter  wird  es kalt und manchmal finster.

Der Opa mit seinem Schlitten hat schon die Spuren  im  Schnee geschnitten.

"Auf wiedersehen", sagt die Mutter, "! Bring noch Brot und Butter! "

Alles ist schon weiß.

Die Oma,  zu Hause,  macht schon die Suppe heiß.

 

Konrad Streinesebrger

 

 

Im Uhrwald

Was steckt denn da hinter den Blättern, daß ich so fürchte ? 

Vielleicht  bunte und herliche Früchte?

Ein Tieger ,  oder der lustige Affe?

Besser wäre es, auf jeden Fall, die schöne Frau Giraffe.

 

Konrad Streinesberger


Beantwoten Sie die Fragen:

Wer geht gleich ins Wasser?

Warum sind die Kinder naß? 

Wer möchte erst duschen?

Ist das Wasser kalt?

Wer ist getaucht?

Wer hat den Handtuch vergessen?

Warum müssen  sich die Mádchen anziehen?

 

Beantwoten Sie die Fragen:

Wer ist naß?

Was sagt Mama zu den Kindern?

Was sagt Papa?

Was sollen die Kinder auch troknen?

Was gibt Mama den Kindern?

Regnet es noch?

Was scheint auch wieder?

 

 

 


Der Bauer und der Teufel

 

 

Es war einmal ein kluges und verschmitztes Bäuerlein, von dessen Streichen viel zu erzählen wäre: die schönste Geschichte ist aber doch, wie er den Teufel einmal dran gekriegt und zum Narren gehabt hat.

Das Bäuerlein hatte eines Tages seinen Acker bestellt und rüstete sich zur Heimfahrt als die Dämmerung schon eingetreten war. Da erblickte er mitten auf seinem Acker einen Haufen feuriger Kohlen, und als er voll Verwunderung hinzuging, so saß oben auf der Glut ein kleiner schwarzer Teufel. „Du sitzest wohl auf einem Schatz?“ sprach das Bäuerlein. „Ja wohl,“ antwortete der Teufel, „auf einem Schatz, der mehr Gold und Silber enthält als du dein Lebtag gesehen hast.“ „Der Schatz liegt auf meinem Feld und gehört mir“ sprach das Bäuerlein. „Er ist dein“ antwortete der Teufel, „wenn du mir zwei Jahre lang die Hälfte von dem gibst, was dein Acker hervorbringt: Geld habe ich genug, aber ich trage Verlangen nach den Früchten der Erde.“ Das Bäuerlein ging auf den Handel ein. „Damit aber kein Streit bei der Teilung entsteht,“ sprach es, „so soll dir gehören was über der Erde ist und mir was unter der Erde ist.“ Dem Teufel gefiel das wohl, aber das listige Bäuerlein hatte Rüben gesät. Als nun die Zeit der Ernte kam, so erschien der Teufel und wollte seine Frucht holen, er fand aber nichts als die gelben welken Blätter, und das Bäuerlein, ganz vergnügt, grub seine Rüben aus. „Einmal hast du den Vorteil gehabt,“ sprach der Teufel, „aber für das nächste Mal soll das nicht gelten. Dein ist was über der Erde wächst und mein was darunter ist.“ „Mir auch recht“ antwortete das Bäuerlein. Als aber die Zeit zur Aussaat kam, säte das Bäuerlein nicht wieder Rüben, sondern Weizen. Die Frucht ward reif, das Bäuerlein ging auf den Acker und schnitt die vollen Halme bis zur Erde ab. Als der Teufel kam, fand er nichts als die Stoppeln und fuhr wütend in eine Felsenschlucht hinab. „So muss man die Füchse prellen“ sprach das Bäuerlein, ging hin und holte sich den Schatz.

Ein Dicker Sack

Wilhem Busch

 

 

Ein dicker Sack - den Bauer Bolte,

Der ihn zur Mühle tragen wollte,

Um auszuruhn, mal hingestellt

Dicht bei ein reifes Ährenfeld -

Legt sich in würdevolle Falten

Und fängt 'ne Rede an zu halten.

»Ich«, sprach er, »bin der volle Sack.

Ihr Ähren seid nur dünnes Pack.

Ich bin's, der euch auf dieser Welt

In Einigkeit zusammenhält.

Ich bin's, der hoch vonnöten ist,

Daß euch das Federvieh nicht frißt;

Ich, dessen hohe Fassungskraft

Euch schließlich in die Mühle schafft.

Verneigt euch tief, denn ich bin der!

Was wäret ihr, wenn ich nicht wär'?«

Sanft rauschen die Ähren:

»Du wärst ein leerer Schlauch,

Wenn wir nicht wären.«

Für einen Porträtmaler

Wilhem Busch

 

 

Die gnädige Frau, die alte,

Die hab’ ich konterfeit.

Sie hatte manche Falte,

Drob war sie nicht erfreut.

Die Falten und die Runzeln,

Die malt ich nimmermehr,

Drob tät sie gnädig schmunzeln,

Das freut die Alte sehr.

Sie hatte viele Pocken –

Ich fand den Teint so klar;

Sie hatte falsche Locken –

Ich lobt ihr schönes Haar.

An ihrer roten Nase

Pries ich den feinen Ton;

Denn jede schöne Phrase,

Die findet ihren Lohn.

Die Alte fand geraten

Ihr gnädig Konterfei.

Sie zahlt mir zehn Dukaten,

Weil’s gar’so ähnlich sei.